Angaben zur Familie (Katharina)

Natürlich muss auch Katharina Angaben zu ihren Eltern und Großeltern machen:

Vater: Andreas Winter, Steindrucker, 48 Jahre, keine überstandenen Krankheiten

Mutter: Anna Reichold, 47 Jahre, überstandene Krankheiten: Rheumatismus (Baden-Baden Landesbad)

Großvater väterlicherseits: Johann Winter, Hafnermeister, Sterbealter 74 Jahre, Todesursache: Gewöhnl. Alterstod, keine überstandenen Krankheiten

Großmutter väterlicherseits: Maria Breu, 34 Jahre, Todesursache: An Zwillingsgeburt gestorben, keine überstandenen Krankheiten

Großvater mütterlicherseits: Peter Reichold, Schlosser, Sterbealter 76 Jahre, Todesursache: Gewöhnl. Alterstot, keine überstandenen Krankheiten bekannt

Großmutter mütterlicherseits: Rosalia Zöller, Sterbealter 73 Jahre, Todesursache: Altersschwäche, keine überstandenen Krankheiten bekannt

Ich versichere hiermit, daß ich vorstehende Angaben nach bestem Wissen und Gewissen gemacht habe und bin mir bewußt, daß wissentlich falsche Angaben den Ausschluß aus der SS nach sich ziehen.

Grenzach, den 22. September 1935

Katharina Winter

Und auch ein Ärztlicher Untersuchungsbogen liegt für Katharina („Für Mann und Frau sinngemäß verwenden!“) vor:

1. Aussagegenehmigung.

Ich entbinde hiermit Herrn Dr. med. F.W. Pitsch, prakt. Arzt Grenzach (Baden) sowie meine früheren Ärzte gegenüber dem R.u.S-Hauptamt von der ärztlichen Schweigepflicht und ermächtige das R.u.S.-Hauptamt, diese Angaben zur Eheberatung zu verwenden.

Ort: Grenzach Datum: 5. Oktober 1935

Unterschrift Katharina Winter (nicht ihre Unterschrift!)

2. Familienvorgeschichte

(Es sind anzugeben: 1.) erreichtes Alter, 2.) evtl. Todesursache, 3.) genaue Angaben über auffällige Störungen, z.B. endocrine Störungen, allergische Zustände, Alkoholismus).

Kinder (auch uneheliche) des (der) Untersuchten: keine

Vater: gesund, lebt

Mutter: gesund, lebt

Geschwister: gesund, leben

Geschwisterkinder: gesund

Großeltern väterlicherseits / Großeltern mütterlicherseits: Todesursache unbekannt beide Teile sehr altgeworden

Auch hier fällt direkt auf, dass der Arzt weniger Angaben zu den Großeltern vermerkt, als Katharina selbst. Generell sind die Einträge von Dr. Pitsch sehr reduziert. Ihm, Dr. Pitsch werde ich mich widmen, sobald ich mit den Unterlagen Katharinas abgeschlossen habe. Hier – auf einem Nebenschauplatz quasi – findet sich eine interessante Geschichte.

Was fällt weiter auf?

Baden-Baden Landesbad:

Im Jahre 1890 wurde das Landesbad Baden-Baden als Vorläufer des heutigen Acura-Rheumazentrum Baden-Baden gegründet. Am Standort des ersten Klinikgebäudes im Bäderviertel der Stadt Baden-Baden und in unmittelbarer Nähe der römischen Badruinen befand sich seit dem Mittelalter das sogenannte Armenbad. Die Klinik wurde mit mehreren Erweiterungsbauten im Jahre 1910 und 1938 vergrößert und war – mit Ausnahme der Nutzung als Lazarett während der Kriege – ein Zentrum für Balneologie (Bäderheilkunde). (Wikipedia)

5. Oktober 1935: Ernst war einen Tag vorher bei Dr. Hänßler.

Geschwister: gesund, leben / Geschwisterkinder: gesund: Katharina hatte eine zwei Jahre ältere Schwester, Margareta, von Geschwistern im Plural kann also nicht die Rede sein, wieso schreibt Dr. Pitsch (nur hier) „leben“? Margareta hatte 1935 bereits zwei Töchter:

Diese beiden Fotografien zeigen Einträge im sog. „Ortssippenbuch“ von Grenzach. Es handelt sich bei den Ortssippenbüchern um ein Projekt, das noch in der NS-Zeit begonnen, allerdings erst Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre abgeschlossen wurde. Im Ortssippenbuch werden alle Einwohner Grenzachs und deren Vorfahren aufgeführt, soweit zurück verfolgbar. Als Grundlagen dienten insb. die Kirchenbücher, so wie auch schon für die Ahnenforschung der Nationalsozialisten.

Für Katharina können wir Angaben zu ihren Eltern entnehmen – da diese zugewandert waren, keine weiter zurück reichenden Angaben. Für Katharina und ihre Schwester Margareta gibt es jeweils einen eigenen Eintrag. Da MargaretA nach Wyhlen, das damals noch ein eigener Ort war, heiratete, enden die Einträge für ihre Familie mit ihr, für Katharina weil sie in zum Zeitpunkt der Erstellung des Bandes in der Schweiz lebte:

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