Post von der Deutschen Dienststelle

auf Ihren Antrag vom 07.11.2016 teile ich Ihnen mit, dass die Personalpapiere (Wehrpass, Wehrstammbuch, Stammrolle) Ihres Urgroßvaters hier nicht vorliegen; sie sind vermutlich durch Kriegseinwirkung verloren gegangen.

Aus sonstigem Schriftgut der ehemaligen Wehrmacht wird Folgendes bestätigt:

MAIER, Ernst geboren am 06.02.1901 in Adelsberg Kreis Schopfheim

Heimatanschrift: Ehefrau: Käthe M., Wollbach/Baden/Kreis Lörrach

Erkennungsmarke: -V 208-

Truppenteile:

lt. Meldung vom 08.09.1939  – 16. Grenzwachtkompanie 33

lt. Meldung vom 05.03.1943 – Bezirkskommando Zoll Grenzschutz Mitte Nr.6 D

Dienstgrad: lt. Meldung vom 05.03.1943 (kein Beförderungsdatum) – Zollsekretär

vermisst: am 05.03.1943 bei Ossetkin an der russisch-lettischen Grenze, kam am Morgen um 8.00 Uhr mit Partisanen in Gefechtsberührung

Sollte uns noch eine Nachricht zugehen, die Aufschluss über sein Schicksal gibt, erhalten Sie umgehend Bescheid.

 

Wir erinnern uns an die Frage nach dem „richtigen“ Ossetkin und meine vorläufig abschließende Bemerkung, dass es „daher an dieser Stelle aufgrund weiterer fehlender Hinweise [bleiben muss], welches “Ossetkin” in der Vermisstmeldung vom März 1943 gemeint war.“

Aufgrund der neuen Angaben „an der russisch-lettischen Grenze“ liegt der Schluss nahe, dass der gesuchte Ort das bei Google als Asietki zu findende Dorf sein müsste. Andererseits sind es von dort bis zur heutigen lettischen Grenze auch immer noch über 60k, Luftlinie und auf der Straße über 200km.

Der Einfachheit halber habe ich alle möglichen Ossetkins auf dieser Karte eingetragen.

Außerdem habe ich diese Karte von Lettland zur Zeit der deutschen Besatzung gefunden:

https://arge-baltikum.de/assets/img/karten/1941-44_Generalpostkommissariat_Ostland_Generalbezirk_Lettland_s.jpg

Die Grenzen stimmen, soweit ich das beurteilen kann, noch ziemlich mit den heutigen überein:

Wir müssen annehmen, dass die Angabe über den Ort seines Verschwindens einige Zeit nach dem tatsächlichen Verschwinden gemacht bzw. dokumentiert wurde. Als Ernst verschwand, dürfte man wohl kaum von einer „russisch-lettischen“ Grenze gesprochen haben. Er war entweder an der Front stationiert oder in Front-Nähe, aber jedenfalls nicht an einer irgendwie gearteten Grenze in dem Sinne.

Andererseits kommt es natürlich auch auf die Perspektive an – für die Familie in der Heimat war es sicherlich relativ wie weit weg von Lettland der Ort, an dem Ernst verschwand tatsächlich lag, als Orientierung war es nah genug.

Bis auf Weiteres werde ich annehmen, dass es sich um den Ort „Asietki“ handelte.

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