Ernst und Katharina heiraten

Im Kreisarchiv in Lörrach konnte ich Abschriften der Standesamtunterlagen von Grenzach einsehen. Ich habe den Eintrag zur Heirat von Ernst und Katharina gesucht und gefunden:

Ernst und Katharina heiraten in Grenzach am 30.11.1935, ihre Trauzeugen waren Fritz Löhle und Karl Maier.

Karl Maier (28 Jahre, Weber), war der jüngere Bruder von Ernst, Fritz Löhle (30 Jahre, Magaziner)der Ehemann der Schwester Katharinas, Margareta, mit vollem Namen Johann Friedrich Löhle:

Zur Erinnerung: Am 20.11.1935 schrieb Ernst an das RuSHA und bat darum, die formelle Genehmigung nach Vorliegen aller angeforderten Unterlagen nun (endlich) zu erhalten. Eine ihm qua Heirat zustehende Wohnung könne ihm sonst verloren gehen. Außerdem war Katharina schwanger und der Schwiegervater in spe, Andreas Winter, saß ihm im Nacken. Dieser, Winter, schrieb am 28.11.1935 selbst auch an das RuSHA, forderte seine Original-Unterlagen zurück. Er schrieb:

Mit verbindlichen Dank für frdl. Zusendung der Heiratsbewilligung sowie der mir noch zugehenden Original. Urkunden zeichne

Hieraus ergibt sich für mich, dass am 28.11. die Urkunden noch nicht vorlagen („sowie“).

Im Januar 1936 schrieb Ernst, mittlerweile erfolgreich umgezogen, dann wieder an das RuSHA:

Nach erteilter Heiratsgenehmigung vom 22. Nov. 35 bitte ich der Chef des Rasse u Siedlungs-Hauptamtes um Nachsendung der Genehmigungsurkunde, sowie auch um die Urkunden meiner und die meiner Frau Katharina Maier geb. Winter ihrer Ahnentafel da ich die Urkunden zur Ahnentafel zu meiner SS Einh. sowie auch für meine Nachkommen weiterhin gebrauche bitte ich nochmals um baldige Zusendung derselben

Das Schreiben, mit dem die Heiratsgenehmigung übermittelt wurde, liegt der Akte nicht bei. Und offenbar erfolgte diese auch zunächst formlos, denn eine Urkunde lag offenbar auch zwei Monate später noch nicht vor.

Das Rätsel „Wann geheiratet?“ können wir jetzt also lösen: Am 30.11., mithin unmittelbar nachdem ein entsprechendes Schreiben (vermutlich am 28. oder 29.11.) eingetroffen war, eine Woche nach offizieller Genehmigung.


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